VILLA HILDA
- Meran
- 2024
- Wohnbau
Im exklusiven Wohnviertel von Meran erweckt das Projekt eine historische Villa von 1932, erweitert 1951 nach Entwurf des Architekten Hermann Delugan, zu neuem Leben. Ziel war es, die Identität des Hauses zu bewahren, seine typologische, ästhetische und strukturelle Seele zu respektieren und gleichzeitig zeitgemäße, komfortable Nutzbarkeit zu ermöglichen.
Die Villa wird durch eine gezielte Absenkung des Geländes an der Südseite wieder in ihre ursprünglichen Proportionen zurückgeführt, wodurch das Erdgeschoss freisteht und die Fassaden ihr Gleichgewicht zurückgewinnen. Neue symmetrische Öffnungen verstärken das natürliche Licht in den Räumen. Auch das Dachprofil wird von über die Jahre entstandenen Asymmetrien befreit und in seiner Harmonie wiederhergestellt.
Funktionale Ergänzungen wie zwei externe Treppenvolumen treten respektvoll und zurückhaltend an das bestehende Gebäude heran. Jede neue Intervention ist bewusst lesbar, reversibel und zeitgenössisch, ohne mit der historischen Substanz zu konkurrieren. Die ehemalige Garage wird zu einer eigenständigen mintgrünen Gästedependance, die mit der Villa verbunden ist, und spielt durch Türen und Fenster subtil auf ihre ursprüngliche Funktion an.
Die Materialität folgt derselben Philosophie. Der Putz wird in einem zarten Cremeton neu interpretiert, der mit den hellgrünen Lärchenholzfenstern und metallischen Details harmoniert. Diese Details erinnern an bekannte Gebäude der Stadt, wie die Wandelhalle an der Innpromenade.
Der Garten wird behutsam überarbeitet. Wege und Höhenunterschiede führen natürlich zur zentralen Fontäne. Neue Beete folgen den Linien der Fassade und das Porphyrpflaster verankert das Projekt in der lokalen Tradition.
Die Villa erstreckt sich über vier Geschosse, einschließlich eines neuen Untergeschosses für die Garage, das denselben Wohncharakter aufweist. Sichtbetonwände, punktuelle Beleuchtung und warme Holzvertäfelungen im Eingangsbereich schaffen ein modernes und zugleich wohnliches Ambiente.
Im Erdgeschoss liegen die Hauptschlafzimmer mit direktem Zugang zum Garten, Fitness- und Spa-Bereich mit Sauna, Dampfbad und großem Innenpool, inszeniert durch farbige Deckenscheiben. Eine schwebende Holz-Glas-Treppe, beleuchtet von der Plusminus-Kaskade von Vibia, wird zum zentralen architektonischen Element.
Das erste Obergeschoss bewahrt die klassische Raumstruktur. Ein zentraler Korridor trennt Service- und Repräsentationsbereiche. Die Wohnräume entfalten sich in fließenden Abfolgen: Salons, Essbereich mit imposantem Kamin, alle Räume mit direktem Zugang zum Südbalkon und originaler Steinbalustrade.
Im Dachgeschoss entsteht eine intime Dependance mit sichtbaren Holzbalken und minimalistisch definiertem Interieur.
Die Innenräume kombinieren Alt und Neu. Weiße Wände verstärken Licht und Leichtigkeit. Historische Tiroler Holzvertäfelungen treffen auf moderne Tapeten, Sichtbetondecken und ikonische Designobjekte von Gaetano Pesce, Antonio Lupi und handgeblasene Murano-Kronleuchter schaffen ein stilvolles und lebendiges Ambiente. Die Farbpalette mit Aqua-Grün, Nachtblau und Petrol verbindet Innenräume und Außenanlagen harmonisch.
Das Projekt interpretiert die Vergangenheit respektvoll und transformiert sie in die Gegenwart. So entsteht eine Villa, die lebendig ist, modern wirkt und gleichzeitig ihre historische Identität bewahrt.

